Die Geschichte des Tischfußballs

Wir kennen Tischfußball von unseren Kneipenabenden mit Freunden, oftmals sind wir sogar mit der Freizeitbeschäftigung aufgewachsen, denn ein Kicker-Tisch gehörte in jede Jugendeinrichtung. In Deutschland ist der Sport zweifelsfrei Kult und es gibt wohl kaum jemanden, der nicht schon einmal an einem Kicker-Tisch gestanden hat und lauthals fluchte, als der Ball vom Gegner ins eigene Tor befördert wurde.

Bevor man sich aber seinen eigenen Tisch online bestellt, sollte man die Antwort auf folgende Fragen kennen: Was steckt eigentlich genau hinter dem Sport? Woher stammt Tischfußball, woher hat es seinen Namen und seit wann wird der Sport eigentlich als richtige Sportart mit spannenden Turnieren betrieben?

Von Frankreich nach Deutschland

Zu hundert Prozent lässt sich nicht sagen, wer eigentlich zuerst die Idee zum Tischfußball hatte. Innerhalb Europas scheint es aber so zu sein, dass das Spiel von Lucien Rosengart ins Leben gerufen wurde. Der Franzose lebte von 1881 bis 1076 und war ein Ingenieur, er hatte sogar seine eigene Automarke, die nach dem Franzosen benannt wurde. Sein Leben war eigentlich von der Automobilindustrie geprägt, doch auch dem Kicker-Sport schien er verfallen zu sein. Die Firma ,,Kicker”, die aus der Schweiz stammt, baute Tische, die an die ersten Tische angelehnt waren. Während die Spielstangen bei dem Urtisch noch am Kopfende waren, waren sie dank der Firma fortan an der Seite.

Viele Namen, ein Spiel

Das Spiel erfreute sich so großer Beliebtheit, dass der Name ,,Kicker” auch in Deutschland Einzug fand. Auch uns ist die Frage ,,Bock zu kickern?” noch immer ein Begriff. Tischfußball erhielt im Laufe der Zeit aber noch viele, viele weitere Namen. Im deutschsprachigen Teil der Schweiz kennt man das Spiel zum Beispiel als ,,Töggelikasten”, während es in Österreich auch als ,,Wuzzlkasten” oder ,,Wuzzler” bekannt ist. Auch Kickerkasten, Kickertisch und nicht zuletzt Tischfußball sind natürlich geläufige Bezeichnungen für den beliebten Sport.

Oder doch alles anders?

Es gibt noch eine weitere Theorie: So scheint es, als sei ein ähnliches Spiel auch für Soldaten entwickelt worden, die an ihrer Hand-Augen-Koordination, nach Verletzungen, arbeiten wollten. Diese Theorie stützt sich auf einige Patente, die ein Engländer innehielt. Harold S. Thornton hatte eine ähnliche Gerätschaft im Jahr 1922 angemeldet. Der Urtisch, der weiter oben beschrieben wurde, entspricht dem von ihm angemeldeten Gerät.

Dennoch dauerte es noch einmal 30 Jahre, bis das Spiel in Deutschland Anklang fand. Die Bildzeitung sorgte dafür, dass die erste Meisterschaft im Jahr 1967 ausgetragen werden konnte, zwei Jahre darauf wurde dann der DTFB ins Leben gerufen. Grund für den Erfolg des Sports war außerdem Löwen, ein deuttscher Automatenhersteller. In den 80er und 90er Jahren veranstaltete das Unternehmen Turniere, die auch im Ausland ausgetragen wurden. Der Höhepunkt der Turniere wurde in Bingen ausgetragen, dort war der Hauptsitz des Unternehmens. Ab dem Jahr 2000 zog sich die Firma dann aber langsam zurück, aktive Mitglieder gründeten dann die p4p-Vereinigung, damit die Turniere forgesetzt werden konnten. Dieser Verein wird als gemeinnützig angesehen, denn laut des Hessischen Finanzgerichts ist das für einen Verein, der mit Tischfußball zu tun hat, möglich.